Hochsommer: Die Sommerlinde blüht

Die Blüten der Sommerlinde verbreiten einen herrlichen Duft

Hochsommer – noch vor dem längsten Tag des Jahres. Ich habe den Hochsommerbeginn immer mit Ende Juli, Anfang August verbunden. Diese Linden in der Gießener Straße gegenüber der Post blühen seit dem 12. Juni. In Königsberg, wo es auch etliche Bäume gibt, lässt die Blüte (am 15. Juni) noch auf sich warten. Aber aus ganz Deutschland gehen Meldungen über den Blühbeginn seit der dritten Mai-Dekade beim Deutschen Wetterdienst ein.

Dies ist ein Screenshot vom 15.Juni. Wenn Sie die Seite direkt aufrufen, können sie die tägliche Veränderung nach verfolgen.

Eine weitere Zeigerpflanze für den Hochsommer ist die Blüte des Beifuß (Achtung Allergiker! Falls Sie Fleisch essen, freuen Sie sich über das Gänsebratengewürz!), Die Gerste beginnt, gelb zu werden, die Weinreben blühen, und bei Roten Johannisbeeren, Stachelbeeren und Süßkirschen können die ersten Früchte geerntet werden.

Gerstenfeld mit beginnender Gelbreife

Früher kannte man in Deutschland nur die Sommer- und die Winterlinde. Mittlerweile ist es schwierig, die Arten korrekt auseinander zu halten, da es viele Kreuzungen gibt. Die Lindenblüten ergeben getrocknet einen sehr schmackhaften Tee, der auch als schweißtreibend gilt und daher gegen Erkältungen empfohlen wird. Wegen seiner Schleimstoffe ist er besonders gut bei Reizhusten. Darin zeigt sich die Verwandtschaft zu den Malven – und wie Malvenfrüchte (Käspappel, Okra) schmecken die jungen, gerade aufbrechenden Lindenknospen.

Die Linde heißt botanisch Tilia. Daraus entstand das Wort „Textilien“, was nichts anderes heißt als „gewebte Linde“. Zur Gewinnung der Fasern wurden armdicke Lindenäste im Winter für einige Wochen in Wasser eingeweicht und anschließend die faserreiche Rinde abgezogen.

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